IN3 - First Scenographers’ Festival Basel
focusing on the potentials in merging the arts, architecture and design towards scenographical spaces

 

IN3 Party 2001

Wie können wir über die entstehenden Künste sprechen, die sich dem medialen In-Szene-Setzen von Ereignishaftigkeit verschreiben?
Das Entwerfen und Realisieren von Dramaturgien im öffentlichen Raum lässt Objekte aufleben, und erweist sich so als Kernkompetenz für das Erzeugen von Aufmerksamkeit.
 
Nach Jahren fortschreitender Spezialisierung hin zu verschiedensten Gestaltungsdisziplinen wird die Szenographie in ihrem integrativen Potential zunehmend als multi-professionelle Disziplin erkannt. Als eigenständiges Lehrfach gibt es die Szenografie erst seit etwas weniger als zehn Jahren, und die Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel war eine der ersten Hochschulen im deutschsprachigen Raum, die ihren Ausbildungsbereich Innenarchitektur um diesen Fokus erweitert hat. Inzwischen blickt das Institut auf mehrere Generationen von AbsolventenInnen zurück und verfügt über ein breit gefächertes, internationales Netzwerk an Dozenten aus verschiedensten Disziplinen.
 
Zwischen dem 23. und dem 26. November 2006 wird Basel zum internationalen Treffpunkt der SzenographInnen und allen an Szenographie interessierten. Arbeitspräsentationen, Vorträge, künstlerische Interventionen, Theorie-Debatten und Studenten-Workshops, sowie phantasievolle Gelegenheiten für Begegnungen, spontane Kaffee-Gespräche, verwöhnendes Essen und Trinken und ein unterhaltendes Abendprogramm bieten zahlreiche Gelegenheiten, sich von den «neuen räumlichen Künsten» einen Begriff zu machen, sich als Studierende mit Profis auszutauschen, als Profi die eigene Praxis vorzustellen und sich im Diskurs über Szenografie zu engagieren.
 

IN3 2006 «spatial arts - life in search of style»

 

IN3 Party 2001

Das Festival 2006 steht unter dem Motto Alltagswelt in künstlichen Umgebungen. Tatsachen werden zunehmend zur Kreativ-Angelegenheit, die Rolle, Bedeutung und die Gegenstände von Gestaltung sind heute erkennbar im Umbruch. Firmen gestalten und verkaufen Ereignisse oder Happenings, Events oder trans-individuelle Psychotherapie-Angebote in Gestalt von Corporate Identity Strategien. Die Authentizität von musealen Ausstellungen wird gezielt inszeniert. Die weitreichende Verfügbarkeit der Erscheinung erstreckt sich inzwischen auch auf Materialien, wenn «natürliche» Materialien in Nano-Coatings verpackt werden und so ganz neue, für sie «unnatürliche» Eigenschaften gewinnen. Unsere Körper halten wir in Form durch Gymnastik, Design Food, Schönheitsoperationen und Psycho-Hygiene, unsere Gesundheit wird zunehmend zum Gegenstand unserer eigenen gestalterischen Verantwortung. Sogar in Hinsicht auf die Reproduktion von Menschen verfügen wir über «Design-Technologien», inklusive erster Ansätze zu deren rechtlicher Regulierung. Was sich über lange Zeit als natürliche Ordnung der Dinge etabliert zu haben schien, ist heute im Begriff, sich zu virtualisieren, zu verflüssigen und verhandelbar zu werden.
 
Aus transdisziplinärer Perspektive werden die Konzepte von Repräsentation und Präsenz am Festival zu erörtern sein: Wie können wir mit der Bedeutung von Dingen konstruktiv umgehen, und wie mit der Dinghaftigkeit von Bedeutung?
Szenographische Welten sind faszinierend und herausfordernd, sie gehen spielerisch mit projektivem Denken um und fragen gleichzeitig nach einer offenen Logik.

IN3 theme 2006